Heute haben wir noch einmal einen kleinen Ausflug zu einem Meeresspringbrunnen gemacht, zum "Kiama Blowhole". Hier wird Brandungswasser durch ein Loch im vulkanischen Küstengestein gedrückt. Das spritzt ganz erheblich, so dass man nass werden kann, wenn man falsch im Wind steht.
Kleiner Abschied
Morgen geben wir in Sydney unser erstes Wohnmobil ab. Drei Wochen lang war es unser Zuhause und wir haben über 4000 km in ihm zurückgelegt und nicht zuletzt dank here maps haben wir immer den richtigen Weg gefunden. Die Karten hatten wir schon vor der Abreise auf ein Handy geladen und waren so unabhängig vom Netzempfang hinter dem letzten Berg. In dieser Rückschau habe ich einige Sachen gesammelt, die in die einzelnen Blogthemen nicht reinpassten.
Das Wohnmobil
Bei der Übernahme unseres ersten Wohnmobils verkündete uns die Dame von Apollo strahlend, „You've got an upgrade“, um uns anschließend die Vorzüge unseres „Reiseschlosses“ (Zitat Carsten) im Schnellstdurchgang vorzuführen. Von diesen add-ons haben wir kaum was genutzt. Auf jeden Fall hat das Gefährt genau die Dienste geleistet, die wir von ihm erwartet hatten.
Die Bettpolster brauchten wir die ganzen drei Wochen nicht umzubauen. Meistens konnten wir draußen essen, so warm bzw. mild und trocken war das Wetter. Die Küchenausstattung war minimalistisch (Besteck und Geschirr je zwei Teile, zwei Töpfe und Teekessel, Dosenöffner und Grillzange), aber dank Kühlfach und Mikrowelle hielt sich der Kochaufwand in engen Grenzen. Außerdem gibt es ja auch oft Restaurants und take aways in der Nähe der Campingplätze.
Das permanente Begleitgeräusch beim Fahren war das leise Klappern des Toasters und des Bestecks und der Teller. Auch die Fahrgeräusche waren für PKW-Fahrer gewöhnungsbedürftig, denn anders als in einem Sprinter-Lieferwagen ist die Fahrerkabine nicht abgeschirmt vom Rest des Fahrzeugs. Nach etwa einer Woche Training ist das Bewusstsein in der Lage, diese Geräusche wegzufiltern.
Die Campingplätze
Die Grundausstattung der Campingplätze ist auch bei unterschiedlichen Preisen sehr ähnlich und auf einem guten Standard. Neben sehr gepflegten Sanitäranlagen gibt es immer eine barbeque area, Küche mit Mikrowelle, Herd(en) und Spülen, außerdem eine laundry mit mehreren Waschmaschinen und Trocknern sowie reichlich Wäscheleinen.
Also findet man insgesamt immer alles, was man braucht. Die meisten Plätze hatten außerdem einen Pool (auch bei eigenem Strandzugang). Obwohl während unserer Tour in Queensland und in New South Wales auch Frühlingsferien waren, haben wir immer einen schönen Stellplatz gefunden. Allerdings hatten nicht alle Wifi, wie ihr gemerkt habt.
Straßenverkehr
Im Norden läuft auch der Fernverkehr fast nur über zweispurige Highways mit gelegentlichen Überholspuren. Ab Brisbane haben wir auch mehrspurige Autobahnen gehabt, besonders in der Küstenregion (aber nicht durchgehend). In Großstadtnähe sind die Straßen auch recht voll. Im Allgemeinen sind sie sehr gut ausgeschildert. Fernstraßen haben nicht nur Nummern, sondern auch Namen, die auf den Straßenschildern und Landkarten verzeichnet sind. Natürlich sind wir oft vom Motorway abgebogen, sonst hätten wir die schönsten Sachen nicht gesehen und erlebt.
Die Verkehrssteuerung läuft viel über Textschilder; z.B. steht an jeder Verkehrsinsel „KEEP LEFT“, wo wir ein blaues Schild mit weißem Pfeil erwarten würden; und statt eines Schaufelmännchens steht hier ein gelbes Schild mit „ROAD WORKS AHEAD“, meistens begleitet von dem roten „REDUCE SPEED“-Schild. Hier gibt es keine Analphabeten und keine des Englischen Unkundigen unter den Autofahrern.
Veränderungen unterwegs
Auf dem Weg nach Süden veränderten sich die Temperaturen von heiß auf angenehm warm, oben in den Blue Mountains war es sogar nachts recht frisch. An den zweieinhalb Regentagen war der Wind zwar kühl, aber zum Frieren hat es nicht gereicht.
Es gibt immer noch Regenwald am Gebirge entlang der Küste, aber die Bäume wachsen weniger hoch und das Dickicht ist weniger dicht. Die riesigen Farne finde ich immer noch faszinierend. Die Wälder und Weiden sind grüner.
(Flora und) Fauna
Es gibt viele Pflanzen und Vögel, die ich alle nicht kenne. Bush turkeys oder brush turkeys (beide Schreibweisen haben wir gesehen) und Ibisse sind immer dabei, oft auch knallbunte Sittiche, weiße Kakadus, angriffslustige Elstern (es ist Brutzeit) und alle, die sich mir nicht namentlich vorgestellt haben.
Bush turkeys und Ibisse übernehmen hier die Rolle der Spatzen; sie picken in Menschennähe gerne Restkrümel auf. So kam uns einmal ein bush turkey aus einer nicht verschlossenen Mülltonne entgegen und Ibisse machten sich im offenen Bereich eines Schnellrestaurants über die stehengelassenen Pommes her.
Der whipbird ist ein ganz besonderer Vogel; er hat zwar kein besonders auffälliges Federkleid und ist deshalb in den Wäldern nicht zu sehen, aber dafür um so lauter zu hören. Sein Ruf klingt tatsächlich wie das pfeifende Knallen einer Peitsche. Dieser Pfiff ist allgegenwärtig, er ertönt sogar als Grün-Signal an allen Fußgängerampeln.
TL; DR
Lies nur die Zwischenüberschriften.